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Bleilettern – was ist drin?

Zu den Erfindungen Gutenbergs gehören die Handgießmaschine zum Herstellen von Drucklettern sowie eine passende Metalllegierung. Gemeinhin spricht man zwar von „Bleilettern“, gleichwohl bestehen diese nicht nur aus Blei.

Vielmehr besteht die Legierung für die Herstellung von Lettern aus Blei (Pb für Plumbum), Antimon (Sb für Stibium) und Zinn (Sn für Stannum). Antimon macht das weiche Blei härter und widerstandsfähiger.

Die Lettern werden somit auch bei höherem Anpressdruck nicht so schnell „rund“ und unbrauchbar. Zinn macht die Legierung, die durch den Antimonzusatz zunächst spröde geworden ist, wieder geschmeidig. Es verbessert die Verbindung der Legierungsbestandteile miteinander und sorgt für ein gutes Auslaufen der Legierung beim Guß.

Gleichzeitig wird durch die Kombination der Legierungsbestandteile die Schmelzbarkeit positiv beeinflußt: Blei schmilzt bei 327°, Antimon bei 630° und Zinn bei 232° C. Eine Legierung aus 70% Blei, 25% Antimon und 5% Zinn schmilzt bereits bei etwa 350° C.

Welche Legierung man vor sich hat, wird mit der Prozentangabe der dem Blei beigemischten Metalle erkennbar. An erster Stelle steht der wertvollste Bestandteil, also das Zinn (aktuell ca. 21.277 EUR/Tonne | zum Vergleich: Antimon 8.650, Blei 1.754 EUR/Tonne). Eine Legierung 3/13 besteht also aus 3% Zinn, 13% Antimon und 82% Blei.

Gelegentlich wird der Legierung auch ein Hauch Kupfer zugesetzt, um die Härte und Widerstandsfähigkeit der Schrift noch weiter zu erhöhen.

Diese potentielle Giftigkeit von Blei führt dazu, dass der Buchdruck mit Bleilettern in der Wissensvermittlung in Museen gerade etwas in Verruf gerät und Besucher nicht mehr mit Blei drucken dürfen. Dabei ist das Risiko bei einmaligem Kontakt denkbar klein, mit ein paar handschuhen wäre das problem zudem schnell aus der Welt zu schaffen. Ungefährlich, weil äußerst gering, ist der Bleiabrieb auf dem Bedruckstoff (Papier), der beim Abdrucken von Bleiformen entsteht.

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