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Verbreitern oder Verschmalern der Zeilen durch Vergrößern oder Verringern der Wortzwischenräume, damit Zeilen von (möglichst) einheitlicher Breite entstehen. Nicht zu verwechseln mit dem Ausschießen, bei dem die Druckmotive in einer für den Druck und die buchbinderische Weiterverarbeitung sinnvollen Anordnung in einer oder mehrerer Druckformen verteilt werden.

Buchhochdruck, Buchdruck, Buchbinderdruck, Letterpress, Boston-Style …

… beschreiben zunächst alle das selbe Druckverfahren, wie es schon vor Gutenberg ausgeführt wurde. „Beim Buchdruck befindet sich das abzudruckende Bild erhaben an der Oberfläche der Druckform, so daß von den Farbwalzen nur die Zeichnung berührt und eingefärbt werden kann, bevor der Abdruck erfolgt“ (Brockhaus, 1930). Oder verkürzt gesagt: Alles, was hochsteht, wird gedruckt.

Während Buchhochdruck, Buchdruck und Buchbinderdruck unterschiedliche Bezeichnungen für das gleiche Verfahren sind, bei dem Farbe von der Druckform auf das Papier übertragen wird, ohne dieses an den Stellen des Druckmotivs zu verformen (zu verdichten, zu prägen), erzeugen Letterpress und sein Zwilling Boston-Style eine leichte Prägung des Druckbilds, die man sehen und spüren kann. Diese Prägung wird ganz einfach dadurch erreicht, dass mit mehr Bums gedruckt wird.

Freunde der Bleilettern erfüllt dieser Gedanke freilich mit Grausen, weil Bleischriften dabei schnell rund und unbrauchbar werden. Deshalb werden im modernen Letterpress überwiegend Klischees verwendet, wobei wiederum Fotopolymerklischees deutlich häufiger zum Einsatz kommen als solche aus Magnesium oder Messing.

Das klingt alles spannend, du verstehst als Newbie aber nur Bahnhof? Dann erfährst du hier im Lexikon mehr oder in diesen Beiträgen: Handsatz, Maschinensatz, Klischee. Wie kommt das Druckmotiv aufs Papier?, Buchhochdruck, Buchdruck, Letterpress. Alles eins?, Wenn Fotopolymer das Blei ablöst. Ist das noch Buchdruck?

Cicero, abgekürzt c

12 p oder 4,512 mm; siehe dazu auch weiter unten: Schriftkegel bzw. Schriftgröße

Druckersprache (historisch)

„In der Buchdruckerei gebrauchte eigentümliche Bezeichnungen, z. B. Hochzeit: fehlerhafte Wiederholung von Wörtern od. Sätzen; Leiche: Auslassung von solchen; Speck: leere, aber dem Setzer gleichwohl bezahlte Anfangs- und Schlußteile der Seite.“ (Gesehen in: Herders Konversationslexikon, Dritte Auflage, Freiburg im Breisgau, 1903; S1495)

Druckerzeichen (historisch)

„Druckerzeichen, Buchdrucker- u. Verlegermarken, Signete, die den Schlußschriften, später dem Buchtitel u. häufig den Titelumrahmungen beigefügten, durch Metall- od. Holzschnitt hergestellten Geschäftsmarken od. „Wahrzeichen“ der Drucker-Verleger. In ihrer rechtl. Bedeutung u. als Ursprungszeugnisse sind sie den Hausmarken u. Steinmetzzeichen verwandt, deren Formen sie vielfach nachbilden. Schon das erste dotierte Druckwerk, das „Psalterium“ v. 14. Aug. 1457, trägt unter der Schlußschrift die in Schildformen gefaßten Marken der Fust-Schöfferschen Druckergemeinschaft. Druckstätte u. Verlag werden durch einfaches Monogramm in Verbindung mit Familienwappen od. Winkelzeichen od. durch „redende“ Zeichen, durch Sinnbilder, Sinnsprüche u. Allegorien, bezeichnet (Abb.: D. des Freiburger Druckers Friedr. Riederer). Nicht selten besitzen die von den ersten Meistern herrührenden D. des 15. u. 16. Jahrh. hohen Kunstwert. Seit der Trennung des Verlagsgeschäfts von der Druckerei im ursprünglichen Sinn kommen D. nur selten, als typogr. Schmuckstücke dagegen nam. in neuerer Zeit vielfach vor; ebenso sind die aus den D. hervorgegangenen „Verlagssignete“ in häufigem, zunehmendem Gebrauch. Vgl. Silvestre (Par. 1853/67); Berjeau (Lond. 1866); Butsch (1878 u. 1881); Heichen (1892); Heitz u. Barack, Büchermarken (6 Bde, 1892/98), Delalain (Par. 2.1892), Signete, die den Schlußschriften, später dem Buchtitel u. häufig den Titelumrahmungen beigefügten, durch Metall- od. Holzschnitt hergestellten Geschäftsmarken od. „Wahrzeichen“ der Drucker-Verleger. In ihrer rechtl. Bedeutung u. als Ursprungszeugnisse sind sie den Hausmarken u. Steinmetzzeichen verwandt, deren Formen sie vielfach nachbilden.

Druckerzeichen, Buchdrucker- u. Verlegermarken, Signete, die den Schlußschriften, später dem Buchtitel u. häufig den Titelumrahmungen beigefügten, durch Metall- od. Holzschnitt hergestellten Geschäftsmarken od. „Wahrzeichen“ der Drucker-Verleger. In ihrer rechtl. Bedeutung u. als Ursprungszeugnisse sind sie den Hausmarken u. Steinmetzzeichen verwandt, deren Formen sie vielfach nachbilden. Schon das erste dotierte Druckwerk, das „Psalterium“ v. 14. Aug. 1457, trägt unter der Schlußschrift die in Schildformen gefaßten Marken der Fust-Schöfferschen Druckergemeinschaft. Druckstätte u. Verlag werden durch einfaches Monogramm in Verbindung mit Familienwappen od. Winkelzeichen od. durch „redende“ Zeichen, durch Sinnbilder, Sinnsprüche u. Allegorien, bezeichnet (Abb.: D. des Freiburger Druckers Friedr. Riederer). Nicht selten besitzen die von den ersten Meistern herrührenden D. des 15. u. 16. Jahrh. hohen Kunstwert. Seit der Trennung des Verlagsgeschäfts von der Druckerei im ursprünglichen Sinn kommen D. nur selten, als typogr. Schmuckstücke dagegen nam. in neuerer Zeit vielfach vor; ebenso sind die aus den D. hervorgegangenen „Verlagssignete“ in häufigem, zunehmendem Gebrauch. Vgl. Silvestre (Par. 1853/67); Berjeau (Lond. 1866); Butsch (1878 u. 1881); Heichen (1892); Heitz u. Barack, Büchermarken (6 Bde, 1892/98), Delalain (Par. 2.1892)

Schon das erste dotierte Druckwerk, das „Psalterium“ v. 14. Aug. 1457, trägt unter der Schlußschrift die in Schildformen gefaßten Marken der Fust-Schöfferschen Druckergemeinschaft. Druckstätte u. Verlag werden durch einfaches Monogramm in Verbindung mit Familienwappen od. Winkelzeichen od. durch „redende“ Zeichen, durch Sinnbilder, Sinnsprüche u. Allegorien, bezeichnet (Abb.: D. des Freiburger Druckers Friedr. Riederer). Nicht selten besitzen die von den ersten Meistern herrührenden D. des 15. u. 16. Jahrh. hohen Kunstwert. Seit der Trennung des Verlagsgeschäfts von der Druckerei im ursprünglichen Sinn kommen D. nur selten, als typogr. Schmuckstücke dagegen nam. in neuerer Zeit vielfach vor; ebenso sind die aus den D. hervorgegangenen „Verlagssignete“ in häufigem, zunehmendem Gebrauch. Vgl. Silvestre (Par. 1853/67); Berjeau (Lond. 1866); Butsch (1878 u. 1881); Heichen (1892); Heitz u. Barack, Büchermarken (6 Bde, 1892/98), Delalain (Par. 2.1892)“ (Gesehen in: Herders Konversationslexikon, Dritte Auflage, Freiburg im Breisgau, 1903; S1495)

Durchschuß

Abstand zwischen den Zeilen

Fadenheftung

Die Fadenheftung ist eine der ältesten und immer noch schönsten Techniken zum Verbinden der Bogen zu einem Buchblock. Dabei werden zunächst die einzelnen Falzbogen untereinander, später dann miteinander vernäht.

Eine gängige Alternative zur Fadenheftung ist die Klebebindung, die zwar schnell und billig ist, jedoch in der Regel kein so schönes Aufschlagverhalten des Buches ergibt.

Fadenknotenheftung

Die Fadenknotenheftung ist die schöne kleine Schwester der Fadenheftung, die besonders bei Broschüren angewendet wird. Dabei wird ein Faden mit zwei oder mehr Stichen durch den Falz der Broschüre gezogen und innenliegend verknotet. Die Enden des Fadens werden oft bewusst ein Stück hinter dem Knoten abgeschnitten, sie sind Teil der Gestaltung.

Wer seine Broschüre mag und ihr einen hochwertigen Auftritt gönnt, wählt die Fadenknotenheftung. Leider ist die Zahl der Anbieter mit maschineller Ausführung inzwischen sehr übersichtlich geworden. Von Hand kann das bei kleineren Auflagen aber jeder gute Buchbinder.

Flächengewicht, Grammatur

Das Flächengewicht, bzw. die „Grammatur“ bezeichnet das Gewicht von Papier (bis 150 g), Karton (zwischen 150 und 600 g) und Pappen (über 600 g) in g/qm, bezogen auf einen Quadratmeter Fläche. Wenn ihr also einen Quadratmeter eines Materials, das 500 g/qm haben soll, ausschneidet, sollte es auf der Waage 500 Gramm wiegen.

Doch Vorsicht! Gerade im Letterpress ist die Versuchung groß, dem schönen Druckbild auch ein besonders kräftiges Material zur Seite zu stellen, bspw. für den Druck von Visitenkarten. 800-Gramm-Karton Marke „Stullenbrett“ scheint auf den ersten Blick eine gute Wahl zu sein und das sieht ohne Frage auch gut aus. Die Firma Metapaper bspw. wirbt mit seinem Multiloft-Material sogar dafür, bis zu 1.080 g/qm zu erreichen.

Doch will der Einsatz solch hoher Flächengewichte im täglichen Gebrauch wohl überlegt sein. Der Empfänger einer so brettartigen Visitenkartenkarte wird an ihr voraussichtlich nur kurz Freude haben. Drei bis vier Stück davon an einem Messetag und sein Visitenkarten-Fach platzt aus allen Nähten – eigene Erfahrung!

Achtet also darauf, einen guten Kompromiss zu finden. Schlabberig soll das Material natürlich nicht sein, aber „kugelfest“ ist ganz sicher auch übertrieben.

Dabei spielt neben dem Flächengewicht auch das Volumen des Materials eine Rolle.

Imprimatur

Druckgenehmigung des Autors

Kastenstabil, Kastenstabilität

Für Druckfarben wird oft die Eigenschaft „kastenstabil“ oder „Kastenstabilität“ angegeben. Eine einheitliche Definition des Begriffs gibt es nicht. Der Farbenhersteller Epple definiert „kastenstabil“ so: „Die Farbe muss im Farbkasten eine Schicht (8 h) bei 23° C frisch bleiben und darf keine Haut bilden“. Vielen Dank an Norbert Lenzgeiger/Epple für die Auskunft.

Klischee

Das Klischee ist der wahre Held des Buchdrucks aka Letterpress, denn erst mit dem Klischee kommen die Gestaltungsmöglichkeiten (und Preise) des 21. Jahrhunderts im Buchdruck an.

Mit dem Klischee gibt es fast keine Limitierungen des Schriftbildes (Schriftart, Schriftschnitt, Anzahl der jeweils verfügbaren Lettern {„Das „e“ ist alle!“}) und grafischer Elemente mehr. Was am PC gestaltet wird, kann in der Regel auch gedruckt werden. Hinzu kommt die Kostenersparnis des Drucks vom Klischee im Vergleich zum zeit- und kostenintensiven Hand- und Maschinensatz.

Klischees gibt es in Magnesium (geäzt, gefräst), Messing und in Fotopolymer. Mehr dazu im Beitrag Handsatz, Maschinensatz, Klischee. Wie kommt das Druckmotiv aufs Papier?

Magnesium-Klischee Buchdruck Letterpress
Magnesium-Klischee | Foto: Berger e.K. Gravieranstalt (www.graveurberger.de)

kurze Farbe, lange Farbe

Eine „kurze Farbe“ erkannt man daran, dass sie mit einem kurzen Faden abreißt, wenn man etwas Farbe mit dem Spachtel abhebt. Umgekehr handelt es sich also um „lange Farbe“ … kann man sich denken. Die Beurteilung ist wichtig für die Trocknungszeit. Lange Farbe ist in aller Regel auch länger „offen“ bzw. feucht.

Letternmetall

Die Bleilettern im Buchdruck bestehen lediglich dem Namen nach nur aus Blei. Tatsächlich handelt es sich um eine Legierung aus Blei, Antimon und Zinn. Gelegentlich wird auch ein Hauch Kupfer zugesetzt, um die Härte und Widerstandsfähigkeit der Schrift zu erhöhen. Gerade beim kräftigen Drücken im Letterpress verschleißen Bleilettern leicht, sie werden rund und unbrauchbar.

Das ist übrigens einer der Gründe für den Einsatz von Klischees aus Fotopolymer oder Magnesium, so werden die wertvollen Schriftbestände geschont. Wenn man weiß, dass es in Deutschland nur noch eine Schriftgießerei gibt (Rainer Gerstenberg in Frankfurt/M), wird schnell deutlich, warum man gut erhaltene Schriftsätze in Blei pfleglich behandeln sollte.

Diese Legierung geht bereits auf Gutenberg zurück. Sie ist eine seiner Haupterfindungen, neben den beweglichen Metall-Lettern, einer Handgießmaschine mit austauschbarer Matrize zur Herstellung von Lettern, einer ölhaltigen Farbe und natürlich der Druckmaschine.

Welche Rolle die einzelnen Metalle in der Legierung spielen und was der Buchdruck mit Milch zu tun hat, ist hier beschrieben.

Offizin

Alte Bezeichnung für (Druck-)Werkstatt, gelegentlich auch für Apotheken verwendet. Ist mit dem Revival des Buchdrucks aka Letterpress wieder in Mode gekommen.

Pigmente

Pigmente sind die Farbkörper (Farbstoffe) in der Farbe. Sie bilden den färbenden Teil der Farbe, der Rest dient nur der Verteilung der Pigmente. „Wir teilen die Pigmente in schwarze und in bunte Arten. Die Farbe ist in trockenem Zustand (Farbkuchen) nicht verdruckbar. Erst in der Verbindung mit den entsprechenden Bindemitteln wird daraus der verwendbare und geschmeidige Farbteig.“ [Herbert Koschlik, Drucker-ABC, 1952]

Rille, Rillkanal

Damit man schweres Papier oder Karton gut falzen kann (bspw. bei Klappkarten), ohne dass die bereits aufgdruckte Farbe oder das Material selbst bricht/reißt, setzt man Rillen. In der Rille wird das Material verdichtet, man kann es danach liniengenau von Hand oder maschinell falten. Diese Rillen können in der Buchdruckmaschine erstellt werden, indem man Linien samt Rillkanal als Gegenform verwendet.

Anders als beim Rillen, wird beim Nuten Material an der später zu faltenden Linie abgetragen. Für bedruckte Flächen scheidet das Nuten somit aus, es würde dort ja später die Farbe fehlen und das Druckmotiv wäre unterbrochen.

Bei hohen Grammaturen und unbedruckten Flächen erleichtert das Nuten aber sowohl das Falten, als auch später das Aufschlagverhalten. Weil das Material an der genuteten Stelle geschwächt ist, verfügt es über geringere Rückstellkräfte, mit denen das Material in seine (ungefaltete) Ausgangsform zurückspringen will. Außerdem entstehen beim Rillen mitunter unschöne Quetschfalten an der Unterseite des Papiers, weil das Material während des Rillens/verdichtens ja irgendwohin muss.

Satzspiegel

Bedruckte, von weißen Rändern umgebene rechteckige Textfläche auf einer Druckseite, gewinnt beim Gesamteindruck eines Druckerzeugnisses an Bedeutung. So, wie auch im Webdesign gerade wieder großzügige Weißräume modern sind, entscheidet der Satzspiegel mit über die Wahrnehmung des Lesers. Sehr enge Satzspiegel wirken schnell knauserig und kleinlich. Also lieber etwas mehr Material einplanen!

Schriftkegel bzw. Schriftgröße

Schriftgröße, genauer, die Größe eines Druckbuchstabens, einer Type, einschließlich Ober- und Unterlänge. Bis in die 1950er Jahre waren als Größenangaben Bezeichnungen wie „Korpus“, „Petit“ oder „Nonpareille“ üblich. Später wurden nur noch drei typografische Größen verwendet: Punkt (p), Cicero (c) und Konkordanz (k).

CiceroPunkte
Kleine Missal4 48
Grobe Kanon 3 1/2 42
Kanon336
Doppelmittel28
Doppelcicero24
Text 20
Tertia 16
Mittel 14
Cicero12
Korpus (Garmond)10
Borgie (Bourgeois)9
Petit8
Kolonei7
Nonpareille6
Perl5

Schmutztitel

Erste Seite des Buches, die früher den Haupttitel und Buchblock bei der Weiterverarbeitung vor dem Verschmutzen schützen sollte. Das war erforderlich, weil auch nach Erfindung des Buchdrucks Bücher lange Zeit als Buchblock ohne Einband gehandelt wurden. Den Einband ließ der Käufer nach eigenen Vorstellungen anfertigen.

Schöndruck

Früher auch „Recto“ genannt. Bezeichnung für das Bedrucken der Vorderseite eines Druckbogens bei zweiseitigem Druck. Die Rückseite heißt „Widerdruck“ oder auch „Verso“. Das Adjektiv „schön“ sagt übrigens nichts über eine überlegene Druckqualität gegenüber dem Widerdruck aus, dieser muss genauso sorgfältig hergestellt werden.

Sperren oder Spationieren

Erweitern des Abstands zwischen den Buchstaben durch nichtdruckende dünne Ausschlußstücke (Spatien) in der Dicke von 1 oder 1 1/2 p

Stopp-Zylinder

Ein Stopp-Zylinder (auch Stoppzylinder oder Stop-Zylinder) ist eine Zylinderdruckmaschine, bei der man den Druck nicht abstellen kann. Damit der Druck nicht auf den Aufzug kommt, muss immer ein Bogen in der Maschine sein. Ein Beispiel für dieses Konstruktionsprinzip ist die Johannisberger Schnellpresse.

Umbruch

„Unter Umbruch versteht der Fachmann das Herrichten von gleichgroßen Seiten, einschließlich des Setzens und des Einbauens von Seitenzahlen (Kolumnentitel), von Ueberschriftzeilen, von Fußnoten, von Marginalien (Randbemerkungen, Randhinweise) und so weiter. Zur Aufgabe des Metteurs gehören aber auch Aufgliederung des Werkes, Satz von Titel, Inhaltsverzeichnis, Vorwort und dergleichen.“ Mehr dazu in diesem Beitrag.

Vakatseiten

unbedruckte Buchseiten

Versalien

Großbuchstaben

Volumen

Unter der Überschrift „Flächengewicht/Grammatur“ hatten wir schon über die Eigenschaften von Papier gesprochen. Neben einem hohem Gewicht spielt gerade beim Letterpress auch das Volumen des Papiers eine Rolle. Damit wird die Dicke (Stärke) des Papiers beschrieben, bspw. 0,5 oder 1 mm. Wenn ihr euren Drucksachen eine kräftige Prägung mitgeben wollt, so muss die Druckform auch Platz im Material haben. Ein schweres, aber stark verdichtetes Material, wird dann eventuell nicht genug Raum bieten.

Schaut euch dazu auch das folgende Video an, in dem die Rolle des Volumens beschrieben wird.

Vorsatz

„Es handelt vorsätzlich, wer zu Versuchsbeginn mindestens billigend in Kauf nimmt, dass aufgrund seines Verhaltens …“. So denken die Juristen. Im Buchdruck ist der Vorsatz ein am vorderen und hinteren Buchdeckel befestigtes Papier, welches mit einer Hälfte auf dem Deckel aufgezogen ist, während die andere Hälfte ein bewegliches Blatt bildet. Es dient dazu, die innere Deckelseite und die Heftgaze, die auf dem Deckel aufgezogen wird, zu verkleiden und die Befestigung des eingehängten Buchblocks zu verstärken.

Wegschlagen

Druckfarbe hat im Buchdruck zwei Wege, um auf Papier zu trocknen. Die enthaltene Flüssigkeit kann verdunsten bzw. es tritt eine Vernetzung der Öl-Moleküle ein, oder sie wird vom frisch bedruckten saugfähigen Untergrund (Bedruckstoff) abgesaugt. Dieses Absaugen nennt man „wegschlagen“. Dabei bekommt der Druckfarbenfilm eine erste Verfestigung. Das Trocknen oder Wegschlagen hängt wesentlich von der Oberflächenbeschaffenheit des Papiers, seiner Leimung und Saugfähigkeit, aber auch von der Farbkonsistenz, der Raumtemperatur und der Luftzufuhr (Sauerstoff führt zur Oxidation des Bindemittels) ab. Siehe auch Trockung.

Weiß auf Schwarz, hell auf dunkel, geht das?

Eine häufige Frage ist, ob man im Buchdruck und Letterpress auch weiß auf scharz bzw. eben hell auf dunkel drucken kann. Wie im berühmten (fiktiven) Radiosender Radio Eriwan heißt die Antwort: Im Prinzip ja …, wenngleich der Buchdruck dafür eigentlich nicht geschaffen ist. Mann kann die helle Farbe in mehreren Durchgängen übereinander auf den dunklen Untergrund drucken, bis sie (hoffentlich) deckt. Allerdings wird sich das Druckbild bei jedem Durchgang minimal verschieben, was die Schrift breiter und verschwommen wirken lassen kann. Es gibt noch einige Lösungen, die wir in diesem Beitrag beschreiben. Grundsätzlich ist es aber mit hohem Aufwand und auch einigem Risiko verbunden, deshalb empfiehlt es sich, entweder eine andere Gestaltung zu wählen oder gleich in den Siebdruck zu gehen.

Widerdruck

Bezeichnung für das Bedrucken der Gegenseite eines Druckbogens bei zweiseitigem Druck. Die Vorderseite heißt „Schöndruck“. Hier stößt der Letterpress schnell an Grenzen, denn je nach Papierstärke und -volumen macht sich der Einschlag der Lettern auf einer Seite auch auf deren Rückseite bemerkbar. Zweiseitige Drucke sollten daher im klassischen Buchdruck ausgeführt werden, der ohne Prägung des Papiers arbeitet.

Zurichten

eine Druckform zurichten: „Jeder Druckausführung geht eine Operation vorher, welche das Zurichten der Druckform genannt wird und darin besteht, die Druckform so auf das Fundament der Presse niederzulegen und in allen ihren Bestandtheilen zu prüfen, daß die Abdrücke fehlerfrei und sauber hervorgehen. […] Die Zeit, welche das Zurichten der Form in Anspruch nimmt, ist je nach Beschaffenheit derselben verschieden; je complicirter und kunstvoller der Schriftsatz ist, desto mehr Sorgfalt und Urtheil erfordert die Zurichtung, und der Druck von Illustrationen bietet daher die meisten Schwierigkeiten durch eine wahrhaft künstlerische Zurichtung der Form dar. Wenn wir nun beispielsweise eine Auflage von 2.000 Exemplaren annehmen, so wird die Maschine zum Druck einer Bogenseite 2 Stunden nöthig haben und dann wieder so lange stillstehen, bis die neue Form zugerichtet ist, was 11/2 bis 3 Stunden, bei illustrirtem Drucke auch noch länger dauern kann.“ Zitiert aus: „Ein Besuch der Officin von Brockhaus in Leipzig. Mitgetheilt von Albert Rottner.“ Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Ein_Besuch_der_Officin_von_Brockhaus_in_Leipzig


Demnächst: Form, Formschließen, Standmachen, Einpassen, Fortdruck, Spitzmarken, Ziffernsatz, Gemischter Satz, Kolumnentitel (tote und lebende),