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Eine Johannisberger Schnellpresse von 1924 bei der Arbeit

Buchdruck und Letterpress im Riesenformat sind heute selten, da es nur noch wenige betriebsbereite Maschinen gibt. Das Video zeigt eine Johannisberger Schnellpresse von 1924, die bis zum Format 125 x 85 cm druckt.

Eine Johannisberger Schnellpresse im Riesenformat bis 125 x 85 cm, Baujahr 1924.

Im Buchdruck und Letterpress sind heute eher kleine Formate üblich. Bei A3 ist oft schon Schluss. Doch es geht auch sehr viel größer. Im Video seht ihr eine Johannisberger Schnellpresse Baujahr 1924, die bis zum Format 125 x 85 cm drucken kann. Neben dem Riesenformat ist auch das meditative Drucktempo sehenswert!

Die Maschine läuft im Video mit lediglich 300 Bogen pro Stunde. Sie könnte zwar deutlich schneller drehen, soll aber geschont werden. Ohnehin kommt es bei der Johannisberger Schnellpresse nicht auf Geschwindigkeit an, sondern auf Handwerk. Sie steht bei den Lettertypen in Berlin, kombiniert ist sie mit einem Ungerer Anleger „Universal“ von 1925.

Die Joahnnsiberger ist eine Zylinderdruckmaschine, bei der man den Druck nicht abstellen kann. Damit der Druck nicht auf den Aufzug kommt, muss immer ein Bogen in der Maschine sein.

Die technischen Daten sind beeindruckend, es gibt nur noch sehr wenige Buchdruckmaschinen, die so große Formate drucken können. Das Foto demonstriert die Größenverhältnisse am Beispiel der (in einem anderen Projekt gedruckten) Zeitung der Krautreporter.

  • Johannisberger Schnellpresse, Bj. 1924, Maschinennummer 10844
  • max. Papierformat: 130 x 92 cm
  • max. Druckformat: 125 x 85 cm
  • Rechenauslage
  • Kleim & Ungerer Bogenanleger, Bj. 1925, Fabrikatsnummer 20027
Erik Spiekermann mit der Krautreporter-Zeitung, zweifarbig gedruckt auf der Johannisberger Schnellpresse bei den Lettertypen in Berlin | Foto: Martin Gommel/Krautreporter

2 Antworten auf „Eine Johannisberger Schnellpresse von 1924 bei der Arbeit“

Hallo, gibt es solche Maschinen auch irgendwo in der Nähe von Köln? Berlin ist weit weg und wir würden beim Druck unseres Plakats am liebsten dabei sein.
Liebe Grüße Gundula

Hallo Gundula, es gibt schon noch einige großformatige Maschinen, und ist aber (außer bei den Lettertypen) in Deutschland keine im produktiven Einsatz bekannt. Vielleicht kann man dir beim Verein für die schwarze Kunst weiterhelfen (www.verein-fuer-die.schwarze-kunst.de). Viele Grüße, Stephan

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