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Im Letterpress wird gedrückt, nicht geprägt

Handsatz mit Holzlettern | Foto: Aileen Kapitza
Handsatz mit großformatigen Holzlettern. Weil bei sehr großen Schriften Bleilettern zu schwer wären, verwendet man Holz, manchmal auch Kunststoff | Foto: Aileen Kapitza

Das Besondere am Letterpress ist sein Druckbild mit einer sicht- und tastbaren Struktur. Dieser Vorgang lässt sich zwar mit dem Planprägen (oder Vollprägen) vergleichen, beim Prägen wird aber keine Farbe übertragen.

Die Druckform wird beim Drucken in das Papier (den Bedruckstoff) gepresst, das dabei an den Motivstellen partiell verdichtet wird. Das Motiv liegt danach leicht unterhalb der ursprünglichen Ebene des Papiers. Die Rückseite bleibt (theoretisch) eben. Drucken kommt beim Letterpress also im wahrsten Sinne des Wortes von Drücken.

Weitere Verfahren sind das Relief- und Strukturprägen, die jeweils mit Matrize und Patrize erfolgen. Sie führen zu einem dreidimensionalen Ergebnis, bei dem das Motiv in der Regel er­haben über der ur­sprüng­lichen Ebene des Bedruckstoffs liegt. Wer es genauer wissen will, schaut bei der HTWK Leipzig nach.

Ihr seht, es gibt im Buchdruck und Letterpress einige Freiräume für Interpretationen – und somit auch für Mißverständnisse! Bevor ihr den Buchdrucker oder Letterpresser eures Vertrauens mit einem Druckjob beauftragt, besprecht also unbedingt ausführlich eure Erwartungen. Hier findet ihr ein paar Hinweise.

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