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Buchdruck und Letterpress in der Unternehmens-­kommunikation

Buchdruck und Letterpress sind wunderbar dafür geeignet, eine sprechende Nebenrolle in der Unternehmenskommunikation zu besetzen. Wer schon einmal über die Stärken von Storytelling in der Kommunikation nachgedacht hat, dem erschließen sich die Potentiale sofort.

Setzkasten mit Bleilettern (Schmuckelemente) | Foto: Aileen Kapitza

Buchdruck und Letterpress sind bestens dafür geeignet, eine sprechende Nebenrolle in der Unternehmenskommunikation zu besetzen. Wer schon einmal über die Stärken von Storytelling (oft wird auch der etwas weiter gefasste Terminus „Narrativ“ verwendet) in der Kommunikation nachgedacht hat, dem erschließen sich die Potentiale sofort.

Euer Unternehmen ist stolz auf seine liebevoll designten und präsentierten Produkte, sein Umweltbewusstsein und die nachhaltige Produktion – eure letzte Broschüre und den Geschäftsbericht jedoch habt ihr irgendwo im Offset mit UV-Farben* oder digital drucken lassen? Nun ja, dann erfüllen sie wohl ihren Informations-Zweck … die Chance, einen konsequent an den Unternehmenswerten orientierten Auftritt zu erzeugen, habt ihr aber vielleicht verpasst.

Der Wert einer Sache resultiert nicht nur aus dem verwendeten Material. Er kann auch durch Verarbeitung entstehen, wenn man weiß, wie (oder von wem) etwas gemacht ist. So ist das auch beim Buchdruck.

Wenn eure Unterlagen auf einer 50, 80 oder 100 Jahre alten Buchdruckmaschine entstanden sind, die von Druckergenerationen polierte Handräder, aber kein Display haben … darüber – und über die Werte, die dieses Druckverfahren repräsentiert – lässt sich doch trefflich reden! Lasst eure Kunden teilhaben an der Geschichte, dem Geräusch der Maschinen, dem Geruch von warmem Öl und Papier; erzeugt positive Bilder im Kopf und steigert die Beachtung und Kontaktdauer des Kunden mit euren Drucksachen!

Die Atelierwerkstatt Wien realisiert Gestaltung und Letterpress-Druck aus einer Hand. Zusätzlich werden handgefertigte Produkte aus Leder, Kaschmir & Co angeboten. Für Buchdruck-Newbies: Bei Minute 0:23 im Bildhintergrund ist ein Original Heidelberger Tiegel zu sehen (der später im Video ab ca. Minute 1:18 beim Drucken so typisch-charismatisch schnauft), bei 0:57 seht ihr eine Abziehpresse Korrex Hannover.

Dieses Wissen, wie eure Druckerzeugnisse hergestellt wurden, müsst ihr dem Empfänger natürlich an die Hand geben, denn nicht jeder von uns wird sofort erkennen, dass er eine Visitenkarte, eine Broschüre oder ein Plakat in den Händen hält, das in solider handwerklicher Arbeit im klassischen Buchdruck entstanden ist.

Das herausragende Druckbild wird somit zum Erkennungszeichen, das auch etwas über euch aussagt. Ungefähr so, wie eine mechanische Einzeigeruhr etwas von euch und eurem positiv entspannten Verständnis von Zeit berichtet.

Und natürlich leistet ihr mit jedem Buchdruck- und Letterpress-Auftrag einen Beitrag dafür, dass diese Technologie, die Maschinen und das Wissen erhalten bleiben und weitergegeben werden.

Wenn ihr also überlegt, demnächst etwas im Buchdruck oder Letterpress drucken zu lassen: Macht das unbedingt – und redet darüber!

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Was ist so kritisch an UV? UV-Offset wird oft eingesetzt, um im Akzidenzdruck schneller und somit billiger drucken zu können. Die bedruckten Bogen sind praktisch sofort trocken und bereit für die buchbinderische Weiterverarbeitung zum Flyer, Prospekt, Katalog oder einfach nur zum Briefbogen, der ja auch aus einem Block von Druckbögen herausgeschnitten werden muss. Die Weiterverarbeitung kann erst beginne, wenn die Druckfarbe (halbwegs) trocken und fest ist. Bei nicht-UV-Farben kann dieser Trocknungsprozess etwas dauern, die Gefahr ist auch größer, dass die Bögen verblocken, sich also miteinander zu einem großen Block verkleben.

Das mit dem Siegel „Blauer Engel“ ausgzeichnete Druckhaus Berlin Mitte hat die Fakten zusammengetragen. Reinschauen lohnt sich, wenn ihr euch für Umweltaspekte des Druckens interessiert.


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